„Herumdoktern“ an der Rente reicht nicht

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Deutsche PolitikerInnen diskutieren in Arbeitsgruppen, im Parlament und in Talk-Shows immer noch, die Rente hier und da ein bisschen zu verbessern. Die Einsicht – die in vielen anderen Ländern schon da ist – dass sie Generationenrente nicht mehr finanzierbar ist, hat sich in Deutschland offensichtlich noch nicht durchgesetzt. Mit der ihnen stets schlafwandlerischen Sicherheit erzählen die meisten deutschen PolitikerInnen – Entschuldigung – dummes Zeug.

Zum einen gibt es „die Generationen“ nicht mehr, die Jung und Alt miteinander ausgleichen könnten: Immer mehr Rentner und Pensionäre stehen immer weniger versicherungspflichtigen Arbeitskräften gegenüber. Unsere Wirtschaft wird reich mit unsicheren befristeten Arbeitsverträgen und widerlich niedrigen Löhnen und Gehältern. Fazit: Sichere Rente muss über die Wirts chaft und den Öffentlichen Haushalt finanziert werden. Die Höhe der Rente muss von den 45 Jahren Arbeitszeit entkoppelt werden, die in der heutigen digitalisierten Arbeitswelt kaum jemand mehr nachzuweisen vermag. In Zeiten des Casino-Kapitalismus, des Einzugs von Roboter-Massen, des vielfachen Verschwindens ganzer Berufszweige ist ein lückenloser beruflicher Lebenslauf eben nicht mehr möglich. Darüber hinaus können viele Menschen sich aufgrund der zu niedrigen Löhne und Gehälter, sowie erzwungener Entlassungen auch keine Eigenvorsorge mehr erlauben: Sie haben ja „zum Leben“ oft schon zu wenig, darüber hinaus oft viel zu teure Krankenkassenbeiträge zu erbringen.

Eine verlässliche Rente für alle ist eine Einheitsrente ab einem festgesetzten Alter und unabhängig von der geleisteten Arbeitszeit (denn die hat der Einzelne heutzutage meist gar nicht mehr selbst im Griff), die 2018 bei ca. 1500,– Euro liegen sollte. Zumindest wenn die Rente nicht nur gerade Mal das Überleben sondern auch Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sichern soll. Macht natürlich nur Sinn, wenn die Höhe der Rente laufend an die tatsächliche Inflationsrate angepasst wird. Auch das Gesabbere über die Finanzierbarkeit kann man sich sparen: Natürlich zahlen alle Arbeitenden in den Rentenfond mit ein, auch Beamte und Selbständige.

In fünf Jahren wird eine Auslieferung von massenhaft bestellten Robotern an die sog. digitalisierte Industrie beginnen. Jeder arbeitende Roboter ersetzt acht Arbeitskräfte, die man dann natürlich nicht mehr in Menschenform braucht. Dies führt logischerweise zur Massenarbeitslosigkeit. Auch hier kann man sich das Gesabbere, „es entstünden neue Berufe“, sparen. Ja, aber wenige und nur für gut ausgebildete Menschen. Die Wirtschaft in Deutschland macht durch ihre „digitalisierte Industrie“ so viel Gewinn, dass sie bereit sein wird, das bedingungslose Grundgehalt für alle zu finanzieren. Ob dies für die Menschen ein Glücksfall oder ein Albtraum sein wird, bleibt abzuwarten…